Segeltörn Griechenland: Von Kos Richtung Samos
Am 12.06. also letzten Samstag war es endlich wieder einmal soweit, ein neuer Segeltörn begann. Nach unserer Anreise mit airberlin von München nach Kos wurde unsere 8-köpfige Crew von einem riesen Reisebus abgeholt. Gebucht waren eigentlich zwei Taxen doch mir war es gleich, ein großer Reisebus tuts auch. Der Transfer zur Kos Marina verlief gewohnt recht kurzweilig und reibungslos und so waren wir schon gegen 10:30 MESZ+1
in unserer Marina.
Gebucht war eine Bavaria 46 Cruiser, die hat sich recht bewährt und ist für unsere Zwecke seitens Segeleigenschaften und Größe genau richtig. Gebucht haben wir dieses mal über Seafarer, da die Flotte von Kiriacoulis schon komplett ausgebucht war. Ich dachte eigentlich, dass ich auch dieses mal rechtzeitig am buchen bin doch wurde ich eines besseren belehrt. Wie dem auch sei, waren die Jungs von Seafarer auserordentlich freundlich und witzigerweise wurde der ganze administrative Check im Büro von Kiriacoulis abgewickelt. Man steht sich also irgendwie doch nahe
Da meine kompletten Papiere, wie Führerscheine, Crewliste etc. schon einige Tage vorher ankamen, ging der Check-in recht schnell, doch auf die Übernahme der Yacht mussten wir leider doch wie eigentlich schon befürchtet bis nach 17:00 Uhr warten. Und so gingen einige Nescafe frappe die Kehle hinunter ein zweites Frühstück in der Marina vertilgt und die Wartezeit durch einen Spaziergang in Kos überbrückt.
So gegen 17:30 war es dann endlich soweit. Chris, mein Co-Skipper und ich, konnten endlich die “Prometheas” übernehmen und nach einem Check war klar, alles passt. Allerdings wussten wir da noch nicht, dass das Anker- und Toplicht ausfallen würde
. Das einzige “Grumeln” bereitete mir unser Außenborder von “Tohatsu” der einen eher mikrigen Eindruck hinterlies, zwar lief sich aber im späteren Törnverlauf nicht gerade als Turbo herausstellen sollte.
Da wir wider erwarten doch leider erst spät mit der Übernahme und der nötigen Erstversorgung beginnen konnten, war ein Auslaufen am Samstag somit schon mal vom Tisch. Ich hatte das jedoch befürchtet, da in unserem Bordpass die Übernahme mit 17:00 Uhr angekündigt war, doch die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Am Sonntag ging es dann nach einem Frühstück zur Sicherheitseinweisung und dann auch schon los, Richtung Pserimos einer ca. 11 sm nördlich von Kos gelegenen kleinen Insel mit Badestop. Abends ist auf jeden Fall geplant die Marina von Kalymnos anzulaufen, nicht zuletzt, um unserer Mannschaft beim Antrittsspiel der WM 2010 zujubeln zu können. Nach erstem Kennenlernen unserer “Prometheas” waren wir so gegen 11:15 Uhr dann auch schon in der Bucht Ormos Vathi bei Pserimos. Doch irgendwie war unseren Mädels hier nicht so sehr zum baden zumute und so landeten wir dann unseren ersten Köpfer in der Ormos Pserimos.
Nachdem wir uns erst einmal abgekühlt hatten, ging es dann mit N-NW-lichen 2-3 bft weiter nach Kalymnos in die Marina. Unseren ersten Anlegen gabs dann so gegen 17.00 Uhr, nachdem wir unser Schiffchen klassisch römisch-katholisch festgemacht hatten. Das abendliche 4:0 gegen Australien tat dann sein übriges zur guten Stimmung
Am zweiten Fahrtag unseres Törn von Kos Richtung Samos, also dem Dodekanes oder auch den südlichen Sporaden, konnten wir die ersten Segeleigenschaften unserer Bavaria 46 Cruiser testen. Wir hatten zwar nicht gerade meltemiartige Windstärken, doch mit einer noch etwas unerfahrenen Crew und zwei Rookies reichen auch 2-3 bft und zunächst einmal gemächlich zu erfahren, was es heißt “Amwind” dem Ziel entgegen zu segeln. Begleitet von drei Delfinen landeten wir dann am Abend in einer wunderschönen Ankerbucht namens “Arkhangelos”. Der morgentliche Fischeinkauf hatte sich mehr als gelohnt und so gab es abends auf dem Schiff ein warer Festschmaus. Insgesamt wurden 4 doradenartige Fische vertilgt, die Apfelpfannkuchen von Joe, unserem “Cchef de Patissier”, setzten dem Festschmaus dann noch das Krönchen auf.
Also mit Abnehmen wird das nix die Woche
, zumindest wenn’s so weitergeht – und es ging so weiter!
Am dritten Fahrtag hatten wir leider komplette Flaute, doch “dank” unserem 55 PS Volvo Motörchen, konnten wir den Tag als Badetag erkoren und landeten schon kurz nach 13 Uhr in der Badebucht vor Mooringboje in Marathon. Somit stand im Logbuch bei “Segel und Motor”, 10:15 Motor an 13:15 Motor aus
Aber so ist das nunmal beim Segeln, ne Flaute “gehört” halt irgendwie auch mal dazu, solange sie sich in Grenzen hält
Am Mittwoch unserem 4 Fahrtag ging es von unserer Mooringboje erst mal zur nächsten Möglichkeit Wasser zu bunkern. Laut meinem Hafenhandbuch von Radspieler, gibt es eine Möglichkeit in Port Augusta beim Cafe einen Wasserschlauch zu bekommen, was sich jedoch leider als falsch herausstellte. Somit wurden in dem angehörigen Shop erst mal ca. 200 EUR in Tücher, Taschen, Armbändchen und sonstigen Souvenirs investiert, bis der Cafebesitzer dann dem Fahrer des Wasserwagens doch mitteilen konnte, dass wir ein paar Liter Wasser bräuchten.
Unser Warten wurde jedoch sichtlich belohnt. So konnten wir die Wartezeit nutzen, um ein fürstliches Frühstück oder besser gesagt Mittagessen einzunehmen, da unsere Magen schon kräftig knurrten. Der Cafebesitzer wurde entsprechend entlohnt, der Wasserwagenfahrer freute sich, kurzum alle waren zufrieden und wir hatten wieder Wasser an Bord
Da wir uns ab Mittwoch ja schon wieder gedanklich und seitens unserer Planung auf dem Rückweg nach Kos befanden, ließen wir Patmos aus, Samos wäre zwar noch erreichbar gewesen, doch der Wunsch nach weniger Stress durch “Gegenanbolzen” wurde natürlich erhört. So sind wir dann ab Arki wieder Richtung Heimathafen und sollten windtechnisch noch belohnt werden.
Mit Böen um 20 kn konnten wir zum Teil einen herrlichen Vorwindkurs fahren oder auch raumschots unserem Heimathafen entgegen segeln. Gerade mit einer Crew die teilweise das erste mal auf einer Segelyacht war, hat man es natürlich mit Kursen die das Schiff weniger krängen lassen als Skipper leichter
.
Um 13.00 Uhr ging es also in Porto Augusta bei Arki wieder Richtung Lipsi. Da es Lipsi jedoch windtechnisch alles andere als still war, war es entsprechend schwer dort anzulegen. Da es hier leider keien Moorings gibt, heißt es klassisch römisch katholisch anzulegen. Jeder der weiß wie sich ein Schiff verhält auf das mit 20 kn der Wind steuerbords einfällt kann sich schon vorstellen wie “einfach” es ist hier römisch katholisch, also vor Anker und Heckleinen, anlegen zu dürfen. Trotz Bugstrahlruder bedurfte es drei Anlegeversuchen, da beim ersten Mal der Anker nicht halten wollte und beim zweiten mal das Boot zu schräg lag, zwischenzeitlich die riesen Dampfer der blauen Reise “einfielen”. Mit zusätzlicher Spring gelang es uns dann doch mit vereinten Kräften die Kiste einigermaßen vernünftig festzumachen. Bei ruhigen Wetter und Windstille ist das halt immer “easy going”. Die Kunst dann sich entsprechend dem Wind anzustellen und trotzdem möglichst keine Ankerketten zu überfahren ist dann doch etwas heftiger.
Am nächsten Morgen ging es dann vom Hafen Laki in Richtung der Insel Leros, um auf östlicher Seite die Ormos Panteli anzlaufen. Um ca. 11 Uhr landeten wir dann zunächst in der Ormos Alintas und legten bedingt durch Flaute einen Badestop ein. In der Ormos Panteli machten wir dann so gegen 14 Uhr ganz klassich per Anker fest. Wir sollten noch froh sein, dass wir den Anker richtig eingefahren hatten, denn abends kam wieder heftiger Wind auf, den wir eigentlich eher gegen mittags hätten brauchen können. Unsere Wettervorhersage per SMS und ausgedruckten Wetterforecast versprach immer gegen 12 Uhr 2-3 bft aus N-NW, was leider nicht immer ganz zutraf.
Auch hier wurden wir wieder kulinarisch fürstlich belohnt. Wir gönnten uns ein richtiges Festmahl mit Red Snapper,
Doraden, Fischsuppen und natürlich den obligatorischen “Starters” wie Tsasiki, Halumi, Saganaki und noch vielen mehr.
Nach dem allabendlichen Absacker, der in “mythologischen Dosen” eingenommen wurde, ging es dann mit genügend Bettschwere in die Kojen. Der eingestellte Ankeralarm regte sich zwar nicht, doch irgendwie konnte ich trotz stehender Peilung nicht so recht Schlaf finden. In dieser Nacht wurde es dann doch windtechnisch etwas unruhig, zwei Boote ein Kat und ein Monohull mussten sich dann doch umlegen. Aber vielleicht sollte man halt auch nicht gerade in der Nähe der Hafeneinfahrt ankern
Da unser Anker bestens eingefahren war, fand ich dann doch noch einige Stunden Schlaf.
Am nächsten Morgen war dann leider schon der letzte Fahrtag unseres Kos-Törn angebrochen und so ging es wieder in Richtung Pserimos. Hier sollte uns dann doch noch ein schöner Segeltag beschieden werden. Auf unserem Kurs halsten wir dann noch etwas raumschots gen Heimathafen und in der Bucht von Pserimos presschte dann doch noch der Wind mit 20 bis 25 Knoten in die Segel, was entsprechen Vorantrieb gab. So konnten wir mal kurzzeitig 10,2 kn FdW auf unserer Logge messen, ich gehe mal davon aus, dass diese einigermaßen stimmt
.
Da wir nicht unbedingt groß reffen wollten, war das für unsere Rookies eventuell doch etwas zu heftig
So lies ich segel bergen und wir sind dann noch zum kurzen Badestop in die Ormos Pserimos auf Pserimos vor Anker. Gerade beim letzten Badestop ist uns dann auch noch die Badeleiter abgerissen, die wohl schon durch unsere Vorgänger etwas in Mitleidenschaft gezogen wurde, denn so ganz taufrisch war diese Badeleiter auch nicht mehr. Wir konnten uns jedoch mit einer geschickten Leinenkonstruktion helfen und nur einmal mehr wieder beweisen, warum jeder der Crew zumindest die wichtigsten Segelknoten wie Rundtörn, Webleinen und Palstek beherrschen sollte.
Nach mehrmaligem “Anbordkraxeln” sind wir dann vollends die letzten Seemeilen angetreten. Ich konnte mir dank meinem Co-Skipper Chris zwei Stunden Schlaf gönnen, wurde jedoch durch heftiges hin und herschaukeln in meiner Achterkoje geweckt. Letztens bließen dann doch noch Böen mit ca. 30 kn, die Crew und ich letztlich auch, war dann jedoch doch zu schlapp dies noch mal seglerisch zu nutzen. Und so landeten wir dann gegen 17.00 Uhr wieder wohlbehalten nach unserem Tankstopp bei Pier D in unserer Marina in Kos.
Da ich den Dodekanes schon öfters besegelt habe, wurde ich auch dieses mal nur wieder davon bestärkt dieses wunderschöne Revier sicherlich noch des öfteren zu besegeln. Gerade mit Segelanfängern sind die eher kürzeren Schläge von Insel zu Insel günstiger. Bei unserem letzten Törn durch die Kykladen bedurfte es schon etwas mehr Geduld bis man ankam.
Rundum kann ich dieses Revier nur wärmstens empfehlen, nicht zuletzt wegen des beständigen schönen Wetters und den zig Möglichkeiten von Insel zu Insel zu segeln. Ein Ankerplätzchen, dass einem vor dem in dieser Zeit vorherrschenden nord-, nordwestlichen Wind schützt findet man irgendwie immer.
Hellas!












29. Juni 2010 um 07:21
haddu aba feini geschrieben
)
Hab den Blog zufällig gesehen, da ich was über Maratho gesucht habe.
grüße von der Nordsee auch an die Gemahlin!!
29. Juni 2010 um 13:28
Hossa!
Freut mich, dass der Bericht gefällt
War auch wirklich eine tolle Woche!
Grüßle
Robbie